Mittwoch, 10. Februar 2016

Hilfe! Wir werden älter. Ist das ein Problem?

Hilfe! Wir werden älter. Ist das ein Problem?

Die deutsche Gesellschaft altert. Wer soll die vielen Alten ernähren? Wir brauchen dringend Zuwanderung, damit unser Sozialsystem nicht zusammenbricht.

So klingt es aus den Medien-Sprachrohren der deutschen Wirtschaft und den Mündern ihrer Gläubigen. Doch was ist wahr daran?

Es ist richtig, dass die arbeitende Generation mit ihrer Arbeitsleistung (Unternehmen) und ihren Sozialleistungen (Arbeitskraft) die Rentner, Arbeitslosen und Minderjährigen ernährt.

Dennoch ist das zunehmende Alter der deutschen Bevölkerung kein Problem! Hier einige Gedanken dazu.

  • Das Bruttosozialprodukt ist trotz älter werdender Bevölkerung nicht geschrumpft. Verantwortlich dafür ist die gestiegene Produktivität. Folge: Eine kleinere Anzahl arbeitender Menschen kann ohne Konsumverzicht eine größere Anzahl alter Menschen ernähren.
  • Eine Finanzierung der Sozialversicherungssysteme über die Arbeitskraft wird auf Dauer ausgehebelt, wenn sie hauptsächlich über die Sozialversicherungsbeiträge finanziert wird. Hier wird eine Steuerfinanzierung erforderlich, an der alle beteiligt sind, auch die Kapitaleinkommen.
  • Eine private Altersvorsorge wird nur zu Gunsten der Banken und Versicherungen empfohlen. Sinnvoll ist sie nicht. Durch Inflation wird die Kaufkraft dieser Vorsorge bei der hohen Lebenserwartung dramatisch sinken, d.h. Altersarmut ist vorprogrammiert.
  • Der deutsche Außenhandelsüberschuss bedeutet, dass Deutschland für das Ausland produziert. Das führt im Ausland, vor allem in Europa, zu Arbeitslosigkeit und in Deutschland zum Zufluss von Geld. Dieses Geld wird verliehen an das Ausland … Die Konsequenzen sind in Griechenland zu beobachten. Langfristig muss der ruinöse Außenhandelsüberschuss abgebaut und für den nationalen Markt produziert werden. Das bedeutet eine Umschichtung der Produktion und der Einkommen.
  • Soziale Berufe (Erzieher, Sozialpädagogen, usw.) müssen besser bezahlt werden, wodurch der Konsum im Inland steigen wird und gleichzeitig weniger Menschen durch die Aufzucht von Kindern aus dem Berufsleben ausscheiden müssen.
  • § Die Bezahlung von Arbeitnehmern darf nicht nach dem Alter erfolgen, da dies zu Entlassungen älterer Arbeitnehmer führt und weder von der Leistungsfähigkeit noch von den Bedürfnissen der Menschen her zu rechtfertigen ist. Durch eine altersunabhängige Bezahlung würden weniger Arbeitnehmer der Generation 50+ vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden.
  • Der Übergang in die Rente muss flexibel gestaltet werden. Wer willens und fähig ist, weiterzuarbeiten, dem sollte die Möglichkeit dazu gegeben werden, wenn in der Wirtschaft diese Arbeitskraft gebraucht wird.

Bei einer sprunghaft angewachsenen Weltbevölkerung ist es nicht notwendig, eine Bevölkerungspolitik zu betreiben, die auf Wachstum rechnet. Wäre es nicht sinnvoller, Menschen in dünn besiedelten Gebieten durch Förderung der Landwirtschaft und Industrie in ihrer Heimat eine Existenz zu bieten und gleichzeitig auf eine Geburtenbeschränkung zu drängen? Die Grenzen des Wachstums sind irgendwann erreicht, sowohl, was den Ressourcenverbrauch als auch die Bevölkerungszahl angeht.


Es wird Zeit, dass Vernunft und Menschlichkeit in wirtschaftliches und politisches Handeln Einzug halten. 

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